Wir haben die tauben zu Haustieren gemacht

Über mehrere tausend Jahre hat unsere Spezies Tauben gezüchtet: als Lieferant von Eiern, Fleisch und Federn. Auch die grandiose Orientierungsleistung der Tiere wurde dankbar angenommen: als Brieftauben hielten sie die Kommunikation aufrecht. Nach dem 1. Weltkrieg war die große Zeit der Tauben vorbei. Die Tiere landeten auf der Straße. Und da sind sie immer noch. 

Die Tierärztliche Hochschule Hannover konnte per Genanalyse feststellen, dass alle Stadttauben Nachkommen von Zucht- oder Brieftauben sind. Ihr Zuchterbe verdammt sie dazu, 6 bis 7 x Mal im Jahr zu brüten, auch ob die Umweltbedingungen schlecht oder verheerend sind. Anders als Wildtiere können sie ihre Fruchtbarkeit nicht mehr den veränderten Lebensbedingungen anpassen. Dank uns.  Fütterungsverbote führen daher nicht zu weniger Bruten, sondern zum Verhungern der Tiere.

Eine nachhaltige Lösung kann nur sein, ihre Fortpflanzung zu verhindern. Dazu muss man an die Gelege kommen und das schafft man nur, wenn man ihnen ein Zuhause anbietet. Erst dann hat man eine tierschutzgerechte Lösung.

Warum haben die Tauben so kaputte Füße?

Die Tauben haben geschuppte Füße. In den Städten liegen Fäden, Haare, Drähte und Kunststoffbänder auf den Straßen. Je länger ein Tier laufend nach Nahrung suchen muss, umso größer ist die Gefahr, dass es die Fäden einsammelt und nicht wieder los wird. Die Zehen werden abgeschnürt, entzünden sich und fallen nach schmerzvollen Wochen und Monate ab.

Wenn Sie ein Tier sehen, dass scheinbar unbeirrt zwischen Fußgängern auf dem Boden sitzen bleibt, nehmen Sie sich ein Herz und nehmen Sie es mit. In einem Stoffbeutel lässt es sich gut transportieren. Das Tierheim Lüneburg nimmt es entgegen und wir von den Stadttauben leisten die Erstversorgung, die wir bei der Vogeltierärztin Dr. Schmoock in Hamburg gelernt haben.

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